HWA EVO.R: Eine Legende kehrt zurück

Baby-Benz mit Biss: Generalprobe beim 4-Sundenrennen am Nürburgring geglückt - teilweise!

HWA EVO.R: Eine Legende kehrt zurück: Baby-Benz mit Biss: Generalprobe beim 4-Sundenrennen am Nürburgring geglückt - teilweise!
Erstellt am 11. April 2026

Bad Boy Baby Benz! Vergiss es Bubi, an dem HWA EVO.R ist gar nix Baby. Der Fensterrahmen vielleicht noch. Okay; der Spirit auch, aber nur der Spirit vom 190 Evo.
Und jetzt ist er das Betätigungsfeld jener Firma, die in direkter Nachbarschaft zu AMG 15 Jahre lang verantwortlich für deren Motorsport-Einsätze war. HWA steht für AMG-Gründer Hans-Werner Aufrecht, mag es Zufall oder Schicksal sein, für uns stehen die drei Großbuchstaben HWA spätestens nach Bekanntgabe des EVO-Projekts auch für "Hot, Wild and Awesome".

Aus gutem Grund, denn wer sich in die grüne Hülle begibt und bei dem 24 Stunden-Motorsport-Marathon ein einigermaßen gutes Bild abgeben möchte, dann sind Hot and Awesome nicht die schlechtesten Attribute, die am Ende des Tages darüber entscheiden, was beim Renneinsatz am Ring raus kommt. Ach so, fast vergessen: Nehmerqualitäten brauchst du auch. Und ein gutes Team. Und einen schweren rechten Fuß. Und ein bisschen verrückt sollte man auch sein. Das hilft zumindest ein wenig!

Klatsch..., das fängt ja gut an der HWA EVO. #61 mit Sebastian Asch am Steuer rollt nach zwei Stunden am Streckenabschnitt Eschbach aus. War's das ist jetzt mit dem Retro-Racer?
Zum Glück nicht. Die Affalterbacher hatten beim NLS3 mit #62 noch ein zweites As im Ärmel. Am Steuer 200 % vollgasfeste Men in Benz. Aber zurück zum Anfang.

Der erste echte Renneinsatz des HWA EVO.R auf der Nordschleife war mit Spannung erwartet worden – und er lieferte über weite Strecken genau das, was man von einem komplett neuen Fahrzeug erwarten durfte: aufschlussreiche Daten, starke Ansätze und gleichzeitig schonungslose Erkenntnisse. Beim 4-Stunden-Rennen der Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) stand weniger das nackte Resultat im Fokus als vielmehr die Frage, ob die Technik unter Extrembedingungen bestehen kann. Die Antwort: ein klares Jein!

Von Beginn an zeigte sich, dass der EVO.R konzeptionell auf einem bemerkenswert stabilen Fundament steht. Gerade in den schnellen Streckenabschnitten – etwa Schwedenkreuz oder Mutkurve – wirkte das Fahrzeug auffallend ruhig und berechenbar. Das deutet auf ein funktionierendes aerodynamisches Gesamtkonzept hin. Die Balance zwischen Vorder- und Hinterachse scheint bereits gut getroffen, was insbesondere auf der Nordschleife entscheidend ist, wo Lastwechsel und Kuppenfahrten höchste Anforderungen an die Fahrstabilität stellen.

Auch mechanisch hinterließ der EVO.R über weite Strecken einen soliden Eindruck. Die Fahrwerksabstimmung wirkte nicht übermäßig aggressiv, sondern eher auf Konstanz ausgelegt – ein klares Indiz dafür, dass HWA bereits früh den Fokus auf Langstreckentauglichkeit gelegt hat. Traktion aus langsamen Passagen wie dem Karussell oder der Ex-Mühle war vorhanden, wenn auch noch nicht auf dem Niveau etablierter GT3-Fahrzeuge. Hier dürfte insbesondere die Feinabstimmung von Differenzial und Dämpfersetup noch Entwicklungspotenzial bieten.

Im Bereich Antrieb zeigte sich ebenfalls Licht und Schatten. Die Performance war grundsätzlich konkurrenzfähig, auch wenn beide EVO.R den in der gleichen Klasse startenden KTM X-Bow GTX nicht halten konnten, aber vielleicht wollte man die Karten auch noch nicht aufdecken. Unter Dauerlast offenbarten sich die typischen Herausforderungen eines neuen Systems. Thermomanagement, insbesondere im Zusammenspiel von Motor, Kühlung und Peripherie, scheint noch nicht final ausentwickelt. Genau hier liegt erfahrungsgemäß eine der größten Hürden auf dem Weg zu einem erfolgreichen 24-Stunden-Rennen.

Der Ausfall des Fahrzeugs mit der Startnummer #61 hat jedoch andere Gründe. Auch wenn keine offizielle Detaildiagnose veröffentlicht wurde, scheint wohl der Reifenschaden im Abschnitt Eschbach nach zwei Rennstunden der Grund für den Ausfall gewesen zu sein.  Solche Ausfälle können immer passieren und haben mit dem Entwicklungsstand bei einem Erstauftritt höchstwahrscheinlich nichts zu tun. 

Das Schwesterfahrzeug, pilotiert unter anderem von Luca Ludwig und Lance David Arnold, kam hingegen ins Ziel und das immerhin innerhalb der Top20. Luca Ludwig, dessen Vater bereits auf einem 190 EVO  für Furore gesorgt hatte, zog ein positives Fazit: "Es ist schon eine Umstellung im Vergleich zum GT3, weil du hast natürlich mehr Bewegung im Auto. Um wirklich schnell zu sein, muss man dann schon Eier haben mit dem Auto! Wir haben heute extrem viel gelernt. Das Auto funktioniert in schnellen Passagen wirklich gut und man merkt, dass viel Potenzial drinsteckt. Natürlich gibt es noch Themen, aber das ist bei einem neuen Auto völlig normal.“

Lance David Arnold ergänzte mit Blick auf die besonderen Anforderungen der Nordschleife: „Ich muss sagen, das macht richtig Laune und vor allem da auch von Anfang an mit dabei zu sein und diese Entwicklungsschritte zu sehen. [...] Ihr merkt schon, ich rede ziemlich schnell, weil mich das einfach hier nicht loslässt. Die Strecke ist der ultimative Prüfstand. Wenn hier etwas nicht passt, wird es sofort sichtbar. Die Basis stimmt, jetzt geht es darum, die Details sauber zu bekommen und die Standfestigkeit zu erhöhen.“

Auch aus Sicht der Teamführung wird der Einsatz klar als Entwicklungsschritt eingeordnet. Martin Marx betonte im Umfeld des Rennens: „Die NLS-Serie ist für uns die ideale Plattform, um unsere langjährige Erfahrung unter extremen Bedingungen einzubringen. Gleichzeitig hat dieser Einsatz eine besondere Bedeutung für uns, weil wir als Team an einem Projekt arbeiten, das uns antreibt. Mit dem HWA EVO.R nutzen wir dieses Umfeld, um das Fahrzeug gezielt weiterzuentwickeln und optimal vorzubereiten.“

Das Ergebnis – Gesamtplatz 18 – ist vor diesem Hintergrund deutlich höher zu bewerten, als es die nackte Zahl vermuten lässt. Für ein Fahrzeug, das sich noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, ist ein problemloser Zieleinlauf bereits ein Erfolg. Gleichzeitig zeigt die Platzierung, dass zur Spitze aktuell noch ein klarer Abstand besteht, insbesondere im Hinblick auf Konstanz und Rennroutine. Aber die vor ihm liegenden GT3 und GT2 die schnupft man nicht so einfach auf. Da ist Platz 18 schon sehr in Ordnung.

Mit Blick auf das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring ergibt sich daraus ein klares Bild: Der HWA EVO.R ist kein Kandidat für Top-Platzierungen, aber ein Projekt mit Entwicklungspotenzial. Die entscheidenden Baustellen liegen weniger im Grundkonzept als vielmehr in der Detailarbeit – Kühlung, Elektronikstabilität, Abstimmung über lange Distanzen und operative Abläufe im Rennen. Wenn die drei gemeldeten Autos beim 24 Stundenrennen durchkommen und dabei konstant schnell sind, ist ein Platz in der Top20 auf jeden Fall drin, wenn es besonders gut läuft vielleicht sogar ein Top10-Ergebnis. Alles andere wäre ein Wunder.

Wenn es HWA gelingt, etwaige Schwachstellen rauszufiltern und abzuschalten, könnte der EVO.R beim 24-Stunden-Rennen nicht nur ein Exot im Feld sein, sondern ein ernstzunehmender Faktor im erweiterten Wettbewerb. Bis dahin bleibt er vor allem eines: eines der spannendsten Entwicklungsprojekte im aktuellen Langstreckensport.

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